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Gallien-Krueger-Gitarren-Amps: Der Gitarren-Sound von Iron Maiden der späten 80er

  • 28. Mai
  • 3 Min. Lesezeit


Iron Maiden gehört zu den prägendsten Heavy-Metal-Bands der 1980er Jahre, und ein wesentlicher Teil ihres typischen Gitarrensounds stammt von den beiden Lead-Gitarristen Adrian Smith und Dave Murray. Während der Alben Somewhere in Time (1986) und Seventh Son of a Seventh Son (1988) griffen beide Gitarristen auf einen eher ungewöhnlichen Verstärker zurück: die Gitarren-Amps von Gallien-Krueger.


Damals waren die Arme von Dave und Adrian noch länger. Print-Anzeige aus den späten 80ern
Damals waren die Arme von Dave und Adrian noch länger. Print-Anzeige aus den späten 80ern

Gallien-Krueger: Vom Bass zur Gitarre


Gallien-Krueger, 1968 von Robert Gallien und Ric Krueger in Kalifornien gegründet, wurde ursprünglich als Hersteller von Bassverstärkern bekannt. In den frühen 1980er Jahren begannen sie jedoch, auch Gitarrenverstärker zu bauen, darunter Modelle wie den 250ML, 250MK, 2100SEL und 2000CPL. Obwohl Gallien-Krueger bis heute eher mit Bass-Amps assoziiert wird, erlangten diese Gitarrenverstärker einen speziellen Ruf: Klar, prägnant und mit einem leicht „scharfen“ Attack, der besonders in der High-Gain-Ära der 80er auffiel.


Die Verstärker der ML-, MK- und SEL-Serie sowie der 2000CPL zeichneten sich durch ihre hohe Lautstärke, klare Mitten und transparente Verzerrung aus. Für Adrian Smith und Dave Murray war das die perfekte Basis, um die komplexen Harmonien und melodischen Leads von Iron Maiden sauber in den Mix zu bringen. Wer die "Lunchbox" (der kleine 250ML-Combo mit 2 x 6,5"Speakern) Mal eine mächtige 4 x 12 Box angeschlossen hat, weiß, was für ein brachialer Sound aus diesem Mini-Amp kommt.


Der Klang der 80er in Somewhere in Time und Seventh Son of a Seventh Son


Während der Aufnahmen zu Somewhere in Time setzten beide Gitarristen Gallien-Krueger-Amps ein, um den damals modernen, leicht futuristischen Sound der Band zu formen. Songs wie “Wasted Years”, “Stranger in a Strange Land” oder “Heaven Can Wait” profitieren von der klaren Artikulation, die die 250ML- und 250MK-Amps ermöglichten. Die Verstärker unterstützten das legato-lastige Spiel und die harmonischen Lead-Passagen, für die Smith und Murray bekannt sind.


Isolierte Gitarrenspuren von Dave und Adrian bei CAUGHT SOMEWHERE IN TIME

Auf Seventh Son of a Seventh Son wurde der Einsatz der GK-Amps weiter verfeinert. Tracks wie “Can I Play with Madness”, “The Evil That Men Do” oder “Moonchild” zeigen den typischen Sound der späten 80er-Jahre von Iron Maiden: brillanter, leicht glasiger Ton, der sich in den dichten Arrangements der Band trotzdem klar durchsetzt. Ausschlaggebend war hier übrigens der eingebaute Chorus. Der machte den Klang der Gallien-Krueger-Gitarren-Amps unverwechselbar. Die Amps halfen, die Dual-Gitarren-Harmonien von Smith und Murray sauber zu trennen, ohne dass der Sound matschig wurde. Und durch den Chorus entstand ein breiter Klangteppich, der futuristisch und neu klang. Das Cover des Albums Somewhere in Time sieht aus, wie die Verstärker klingen.


Iron Maiden: Warum Gallien-Krueger?


Es war nicht nur die Klangqualität, die Smith und Murray anzog. Die Amps waren vergleichsweise leicht und transportfreundlich, was bei der damals umfangreichen Tourneeplanung ein klarer Vorteil war, aber mit Sicherheit nicht das wichtigste Argument, dem futuristisch klingenden Amp zu verwenden. Die Verstärker hatten aber unbestreitbar eine sehr robuste Bauweise – ein nicht zu unterschätzender Punkt für Heavy-Metal-Tourneen, die damals teilweise noch mit deutlich härteren Bedingungen verbunden waren als heute.



Marcos Gallien-Krueger 250ML und 1988 ESP Replica Dave Murray
Marcos Gallien-Krueger 250ML und 1988 ESP Replica Dave Murray

Fazit: Ein unterschätzter Klassiker


Die Gallien-Krueger Gitarrenverstärker 250ML, 250MK, 2100SEL waren entscheidende Bausteine des Iron-Maiden-Sounds der späten 80er. Auch wenn sie heute oft in Vergessenheit geraten sind – ihre Rolle in der Klangästhetik von Somewhere in Time und Seventh Son of a Seventh Son bleibt unbestreitbar. Adrian Smith und Dave Murray zeigten, dass nicht nur Marshall oder Mesa/Boogie den Heavy-Metal-Sound prägen konnten: Manchmal reicht ein weniger bekannter Amp, um Legenden zu formen.


Marco (Dave bei Iron Made In Germany) hat einen 250ML, den er aber nicht live spielt. Mit seinem Kemper benutzt er aber quasi eine 1:1-Kopie dieses legendären und ikonischen Amps. Da er vom Frequenzgang dem klassischen Marshall-Sound ähnelt (mittenlastig), lässt sich mit dem Gallien-Krueger auch der Marshall-Sound von Iron Maiden aus den frühen 80ern wunderbar nachbilden.



Weitere bekannte Nutzer von Gallien-Krueger Gitarren-Amps sind unter anderem:


Gary Moore (Run For Cover Tour)

Alex Lifeson - Rush (Power Windows)

Megadeth (So far, so good... so what)

Nuno Bettencourt - Extreme (Leads auf III Sides To Every Story)

Fates Warning (No Exit)

Mick Mars - Mötley Crüe (Girls, Girls, Gilrs)

Billie Joe Armstrong - Green Day (39/Smooth, Kerplunk)

Brian May - Queen (Solo One Vision)

Richie Sambora - Bon Jovi (Solo Wanted Dead Or Alive)

Phil Collen - Def Leppard (einige Parts auf der Hysteria, die aber größtenteils mit dem Rockman X100 eingespielt wurde)

Death (Scream Bloody Gore)

Josh Christian - Toxik (World Circus)

Eventuell Andy LaRocque - King Diamond (Solos auf THEM und CONSPIRACY)


Promo Shoot von Gary Moore mit seinem Gallien-Krueger 250ML
Promo Shoot von Gary Moore mit seinem Gallien-Krueger 250ML

Auch Alex Lifeson von Rush war damals ein Fan des Sounds der "Lunchbox"
Auch Alex Lifeson von Rush war damals ein Fan des Sounds der "Lunchbox"

 
 
 

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